Zu Bismarcks Zeiten

Man schrieb das Jahr 1883, als Fritz Bloß eine handvoll Jünglinge um sich scharte und
den Turnverein Winterbach gründete. Zunächst wurden eifrig Freiübungen betrieben.
Kurze Zeit später gelang es, einen kleinen Garten - man höre und staune - für 2 Mark
Pachtgebühren pro Jahr anzumieten und unter Anleitung von Turnwart Christian Diebel
wurden Steinstoßen, Gewichtheben, sowie Stabübungen in das Sportprogramm
aufgenommen. Zur Anschaffung von Turngeräten fehlte das Geld, also wurde kurzerhand
ein Barren und ein Reck in Selbstarbeit errichtet. Das Geräteturnen nahm seinen Anfang.
Fritz Bloß selbst, aber auch Jakob Beck, Georg Müllerschön und der im Jahre 1900
wieder in seine Heimatort zurückgekehrte Alois Zauser sind der älteren Generation auch
heute noch als alte, herausragende Turner ein Begriff. Neben dem Geräteturnen wurde
bereits Leichtathletik betrieben, aber auch das Wandern und Musizieren kam nicht zu kurz.

Bald sah die Bevölkerung ein, dass diese jungen Turner in fester Kameradschaft
zusammenhielten und ihren Sport ernst nahmen. So wurden sehr schnell viele Freunde
für die edle Sache gewonnen, der Verein als solcher begann zu wachsen.

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Bereits 1884 mußte man an die
Gemeinde wegen Überlassung
eines Turnplatzes herantreten.
Die Eingabe hatte Erfolg und dem
Verein wurde ein Gelände auf dem
Kies überlassen (heute Tankstelle
Rieker). Unter Oberturnwart Alois
Zauser, dem späteren langjährigen
1. Vorsitzenden des Turnvereines,
nahm die Turnerei nun einen nicht
vorherzusehenden Aufschwung.
(Bild li. Einweihung der Turnhalle)

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Nachdem im Jahre 1903/04 auf dem Turnplatz eine vereinseigene Turnhalle erstellt
werden konnte, waren jetzt für die damalige Zeit fast optimale Übungs- und
Trainingsvoraussetzungen geschaffen. Bald zählten die Geräteturner Christian und
KarlBenzinger, Emil Dilger, Georg Müllerschön und später Friedrich Beck zur Elite des
damaligen Remsgaues. Zahlreiche Erfolge auf den Turnfesten der Folgejahre waren
dafür der Beweis.
1908 feierte der Turnverein sein 25jähriges Jubiläum. Schon längst war der Verein
ein Stück Winterbach geworden und Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens.
Dies zeigte sich ganz besonders in der regen Teilnahme an den Jubiläumsfesttagen;
vor allem bei der Fahnenweihe war ganz Winterbach auf den Beinen.
1911 bekam der Turnverein Winterbach die Ausrichtung des Gauturnfestes übertragen.
Hervorragende Organisation und gutes Wetter sorgten dafür, dass dieses Turnfest ein
voller Erfolg wurde. Die eigene Vereinsriege belegte dabei den 1. Platz.

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Nach dem ersten Weltkrieg

Nach Kriegsende war es wiederum der unermüdliche Alois Zauser, der das Zepter in
die Hand nahm und zusammen mit Georg Müllerschön, Friedrich Bloß und Hermann
Mütschele den Verein erneut aufrichtete und ihm die notwendigen Impulse gab.

Die sportliche Betätigung innerhalb des Turnvereins wurde von jetzt an immer vielseitiger.
Eine Turnerinnen - Abteilung, über ein Jahrzehnt erfolgreich von Gottlob Thürauf geführt,
wurde an den Verein angeschlossen. Auch das Skilaufen, Wandern und Singen gehörte
zum sportlichen und gesellschaftlichen Programm. Das Kinderturnen kam hinzu, auch
ihm ist ab dieser Zeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden. Insbesondere muß
hierLehrer Arnold für seine hingebungsvolle Arbeit Erwähnung finden.

Auch der ASV nahm seine jahrelang unterbrochene Arbeit wieder auf. Bald hatte man
eine schlagkräftige, landauf, landab bekannte Heber - und Ringerstaffel zusammen.
In zahlreichen Wettkämpfen konnte der Verein Sieger stellen oder vordere Plätze belegen.
1934 wurde die ASV - Athleten unter ihrem Vorstand Heinrich Gönnenwein 2. Deutscher
Meister im Tauziehen. Ein wahrhaft stolzer Erfolg für das kleine Winterbach und seinen
Sport.

Während in der Zeit bis zum 1. Weltkrieg überwiegend das Turnen, die Leicht - und
Schwerathletik gepflegt wurde traten nun auch Ballspiele - Faustball, Fußball, Handball -
in den sportlichen Vordergrund. Zuerst wurde eine Spielabteilung mit mehreren Faustball -
Mannschaften ins Leben gerufen, dann folgten kurze Zeit später die Fußballabteilung und
weitere 10 Jahre danach die Handballabteilung.

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Die nun folgenden Jahre von 1920/21 bis
1933 stellten alle Sportvereine vor schwerste
Belastungsproben. Im ganzen Land herrschte
bitteres Elend. Massenarbeitslosigkeit und
die immer rascher um sich greifende
Inflation zehrten an der Substanz der Vereine.
Das ohnehin bescheidene Vereinsvermögen
schmolz dahin. Nur dadurch, dass jeder
einzelne bereit war persönliche Opfer zu
bringen, konnte der Übungs - und
Wettkampfbetrieb mit viel Mühe aufrecht-
erhalten werden.
(Bild li. Fußballmannschaft 1921/22)

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Vielleicht war es aber gerade diese schwere Zeit, die das weitere Vereinsgeschehen ganz
besonders prägte. Mitglieder, Aktive, und Verantwortliche rückten noch fester zusammen,
Kameradschaft und echte Freundschaften wuchsen und festigten sich. Nur so lassen sich
die weiteren, schönen Erfolge dieser Jahre erklären.

Viele Ehrenpreise und Lorbeerkränze für die Sieger sind eindrucksvolles Zeugnis dafür.
1928 beim Deutschen Turnfest in Köln wurde eine Musterriege an zwei Barren, bestehend aus
18 Turnern, mit dem 1. Preis belohnt.

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Am Landesturnfest 1929 in Heilbronn
beteiligten sich 45 Aktive des
Turnvereins. Die Turnerinnen
errangen dabei einen hervorragenden
1. Platz, die Männermannschaft wurde
zweiter. Überhaupt gab es nun
kein Turnfest mehr, aus dem Turner
aus Winterbach nicht beteiligt waren.
An den Gaukindertreffen nahmen oft
über 100 Schülerinnen und Schüler teil.
(Bild li. Turnerinnen im Jahre 1928)

1932 wurde die A- Jugend württembergischer Jugendmeister. Am 2. April 1933 wurde
durch den Verein das 50jährige Jubiläum ausgerichtet. Höhepunkt dabei waren
die turnerischen Darbietungen der einheimischen Sportler und der verschiedenen
Gastvereine. Auch an diesem Fest konnte man eine rege Teilnahme der Winterbacher
Bevölkerung verzeichnen. So wurde auch dieses Sportereignis für den Verein ein
voller Erfolg. Doch leider sollte dieses Jubelfest für längere Zeit die letzte, größere
Veranstaltung sein. Die innenpolitischen Verhältnisse in Deutschland begannen ihre
Schatten vorauszuwerfen.

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Der Umbruch im dritten Reich

Die Machtübernahme der NSDAP in Deutschland brachte einschneidende Maßnahmen
im Vereinsleben. Die Arbeitersportvereine wurden durch die neuen Machthaber verboten,
ihre Vereinsvermögen eingezogen. Am 23. September 1934 erfolgte auch die Auflösung
der bis dahin eigenständigen Turn- und Sportvereine und deren Übernahme in den
"Reichsbund für Leibesübungen". Der Not gehorchend schloß sich der Turnverein 1883
und der Athletiksportverein 1908 zusammen zum "Turn- und Sportverein Winterbach
1883". Der Vereinsbetrieb wurde nun ein ganz anderer, zum Teil vielseitiger, aber auch
von oben her verordnet und dirigiert. Das Protokollbuch, bis dahin gut geführt, weist von
1934 bis 1945 keine Eintragungen mehr auf. Zwar wurde der Sportbetrieb in fast allen
Abteilungen und Sparten wieder aufgenommen, an die stolzen Erfolge früherer Jahre
konnte man allerdings nicht mehr anknüpfen. Lediglich die Handballer - wie zuvor
erwähnt - zum Teil aber auch die jungen Leichtathleten ließen noch aufhorchen. Die
Beteiligung an den Übungsabenden ging zurück, zuviel andere Dinge standen im
Vordergrund des täglichen Geschehens. Immer mehr wurde die Jugend von der NSDAP
und ihren Organisationen in Anspruch genommen, sodass für anderweitige Beschäfti-
gungen kaum mehr Zeit bleib.

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Mit Beginn des zweiten Weltkrieges erlosch
das Vereinsleben auf ein Minimum, zuviel
Sportler - oft fast komplette Mannschaften -
waren eingezogen worden. Es schien, als
ob alles zerschlagen wäre. Umso erstaunlicher
mutet es uns heute an,dass sich schon
wenige Monate nach Kriegsende mutige und
sportbegeisterte Männer erneut zusammenfanden,
um den Turn- und Sportgedanken wieder neu
mit Leben zu erwecken.

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Erster "Höhenflug" der Handballer

Otto Haug hatte es rechtzeitig verstanden um einen noch vorhandenen älteren
Spielerstamm junge Talente in die Mannschaft einzubauen. Diese Arbeit setzte Otto
Schnabel fort, der ab ´47 die Handballabteilung übernahm. Nach mehrmaligem
Aufstieg hintereinander gelang im Spieljahr 1948/49 der Einzug in die Landesliga.
Auch in der Halle spielten die Handballer sehr erfolgreich, nicht zuletzt wegen der
unberechenbaren Würfe eines Fritz Bechers und den "Bomben" von Paule Schnabel.
Viel zu verdanken hatte die Abteilung natürlich auch dem Spielgestalter Fritz Mußgay,
der über ein Jahrzehnt hinweg als Trainer tätig war.
Auch die Turnerinnen hatte inzwischen das Handballfieber erfasst. Betreut von Karl
Nachtrieb und trainiert von Hilde Berner waren die Winterbacher Handballdamen
bald gefürchtet im ganzen Remstal und darüber hinaus. Lore Traub, Ruth Sigle, Johanna
Sigle-Mußgay, Lore Uetz, Lore Becher-Ballmer, Helene Künzler-Rieger, Herta Koch-
Nachtrieb, Hanne Bloß, Marianne Schurr u.a. holten zusammen mit der bereits
genannten H. Berner Sieg um Sieg. Im Feld wie in der Halle wurden die Damen Meister.

Die Erfolgsserie hielt viele Jahre an. Aber auch die Jugendarbeit wurde über den
Erfolgender Abteilung nicht vergessen, sie bildete Jahre später den Grundstock zu
weiteren sportlichen Höhepunkten der Handballer.
Weniger gut sah es dagegen in der Fußballabteilung aus. Hier machte sich bald
das Fehlen des Nachwuchses bemerkbar. Die seit 1946 im Spielbetrieb stehende
Jugendmannschaft konnte vom Alter her noch keine Spieler an die 1. Mannschaft
abgeben, so dass 1948 die Herausnahme dieser Mannschaft aus der Spielrunde
erfolgen musste. Das augenblickliche Tief sollte aber schnell überwunden werden.
Paul Bühler übernahm die Abteilungsleitung und baute um so erfahrene Spieler wie
Ludwig Vogt, Alois Lorenz, Robert Predl, Günther Kühn, Walter Heinrich und Adolf
Jordan neue Leute in die Mannschaft ein. Als aus der Jugend dann Walter Wicklein,
Max Gönnenwein, Dieter Zeh, Walter Symens dazukamen, konnte 1949/50 der
Spielbetrieb wieder aufgenommenwerden. Schon zwei Jahre später war der Aufstieg
in die B-Klasse erreicht. Am 29. Mai 1949 feierte die Schwerathletikabteilung ihr
40jähriges Jubiläum. Ein grosses Ringerturnier bildete den sportlichen Rahmen:
einheimische Athleten schnitten dabei besonders gut ab. Ein knappes Jahr später
richtete die Abteilung die Bezirksmeisterschaften aus.

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Die 60iger Jahre werden eingeläutet

Die nun heranstehenden 60iger Jahre brachten dem VfL eine weitere Aufwärts-
entwicklung. Das Frauen- und Kinderturnen verzeichnete einen immer größer werdenden
Zulauf. Regelmäßig besuchte man die Veranstaltungen im Turngau oder nahm landesweit
an Wettkämpfen teil. Mehrmals gelangen dabei Siege und vordere Plätze in der Gymnastik
und mit den verschiedenen Geräten. Bei allen Jahresfeiern im Verein zeigten die
Turnerinnen am Stufenbarren, beim Bodenturnen oder am Schwebebalken ihr Können.
Auch die ballspielenden Abteilungen ließen wieder aufhorchen.

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Die 1. Herrenmannschaft
der Handballer erspielte sich 1963
einen 2. Tabellenplatz und damit
die Aufstiegsrunde zur"Landesliga".
Nach harten Gefechten wurde das
Ziel erreicht; man stand wieder ganz
oben.
(Bild li. Aufsteiger in die Landesliga
1963/64)

Die Handballfrauen waren in dieser Zeit ebenfalls recht erfolgreich. Sie stellten 1964 im
Feld wie in der Halle den "Kreismeister".

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Aber auch die 1. Fußballelf mischte in ihrer
Spielklasse ganz vorne mit. Nach Abschluss
der Pflichtrunde 63/64 musste in einem
Entscheidungsspiel gegen den SV-Plüderhausen
die Meisterschaft regelrecht erkämpft werden.
Der knappe Sieg brachte den Aufstieg in die
II. Amateurliga.
(Bild li. Aufsteiger in die II. Amateurliga)

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Schon wieder stand ein weiteres großes Fest ins Haus. Der Sport in Winterbach war "80
Jahre" alt geworden. Vom 29. Juni bis 1. Juli 1963 feierte man den Geburtstag mit einem
vielseitigen Sport- und Festprogramm. Die eingeladene Gauriege begeisterte beim
Auftakt im Zelt mit ihren Vorführungen am Reck und Barren die wieder eimal zahlreich
erschienenen Einwohner Winterbachs, ebenso wurden auch die Turnerinnen des VfL mit
viel Beifall für die gelungenen Darbietungen bedacht. Fuß- und Handballspiele rundeten
das Festprogramm ab.

Wechsel bahnten sich in der Vereinsführung an. Gottlob Ellwanger, viele Jahre auch als
Handballabteilungsleiter tätig, übergab sein Amt als 2. Vorstand Willi Fritz. Kurze Zeit
danach wurde Ernst Zauser zum Vorstand des VfL Winterbach gewählt. Eugen Seitz,
der bis dahin über viele Jahre an der Spitze des Vereins gestanden hatte, war schwer
erkrankt. Er verstarb am 07.05.1967. Mit ihm verlor der "VfL Winterbach 1883" einen
Sportkameraden, dem von Jugend an das Anliegen des Sportes in Winterbach ein echtes
und inneres Bedürfnis war. Der VfL Winterbach hat Eugen Seitz vieles zu verdanken.
Am 24./25. Juni 1967 richtete der Verein das 51. Gauturnfest aus. Zwei Tage herrschte auf
dem Sportgelände bei der Mühle Hochbetrieb, waren doch immerhin 640 Wettkämpfer
und Wettkämpferinnen in den verschiedenen Altersgruppen an den Start gegangen.
Die hervorragende Organisation durch die Verantwortlichen, aber auch der vorbildliche
Einsatz zahlreicher Helfer, ermöglichten einen reibungslosen Verlauf.

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Die Jugendarbeit im Gesamten Bereich
des VfL hatte in den 60iger Jahren
einen erfreulichen hohen Stand erreicht.
Über 100 Kinder, Schülerinnen und
Schüler wurden von den Turnerinnen
und Turnern betreut, ebenso viele standen
im Übungs- und Spielbetrieb der Jugend-
fußballabteilung.
(Bild li. Turnerinnen auf dem Waldsportplatz)

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70 Jugendliche spielten Handball und gleichfalls 70 junge Leichtathleten standen im
Training. Zirka 30 angehende Athleten übten sich in den Griffkünsten bei den Ringern.
Solches war nur möglich geworden durch den selbstlosen Einsatz der Jugendleiter im
Verein, ihren Helfern, Trainern und Betreuern. Auch ihnen allen gebührt der Dank des
Vereins im besonderen Maße.

Rückblickend auf diese - für den VfL und seine Abteilungen - zukunftsorientierte
Nachwuchsförderung, sollte der Gewinn von "Kreismeistertiteln" durch die Fussball-C-
Jugend 1961 und der Mädelmannschaft im Handballlager, die diesen Erfolg 1963/64
zweimal hintereinander verbuchen konnte, seine besondere Erwähnung finden.

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Die erste Sportplatzverlegung

Ein großes Vereinsproblem der fünfziger Jahre muß noch erwähnt werden. Das seit
1949 im Raum stehende Thema eines ortsnahen Sportplatzes wurde immer akuter.
Nach mehreren Eingaben und Vorsprachen bei der Gemeinde erhielt der VfL hinter
der Mühle ein entsprechendes Gelände zugewiesen. Sofort wurde mit den Planungen
begonnen und umfangreiche Vorbereitungen für den Platzbau getroffen.

Sorgen bereitete der Vereinsführung die Finanzierung. Durch Zuschüsse vom
Landesportbund und der staatlichen Totogesellschaft, Spendenaktionen und
Bausteinverkauf, aber auch die tatkräftige Unterstützung durch ortsansässige Firmen
und die Gemeindeverwaltung war auch dieses Problem zu lösen. Hinzu kam die
Bereitschaft der Sportler aller Abteilungen zur freiwilligen Mitarbeit. Rund 5.000
Arbeitsstunden wurden ab Mitte ´56 geleistet, bis die Platzeinweihung am 22. August
1957 stattfinden konnte. Von jetzt an war es möglich, den Übungs- und Spielbetrieb
umfangreicher und intensiver zu gestalten, was insbesondere der Nachwuchsarbeit
zugute kam.

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